Dienstag, 3. März 2009

Zweiter Tag an der Schule

Vorab: Das Leben ist so viel schöner mit so vielen netten Menschen um einen herum!!!

Doch zunächst: What a weather!!! Ich stand heute Morgen auf und hatte noch keine Kontaktlinsen drin. Beim ersten Blick aus dem Fenster dachte ich: „Oh Nebel gibt’s hier auch!“ Als ich dann näher ans Fenster trat, entdeckte ich zu meinem Entsetzen, dass es kein Nebel war, sondern ein heftiger Schneesturm!!! Na toll…das konnte ja nichts Gutes heißen – und dem war auch so:

1. Ich musste meine Hand ausstrecken, sonst wäre der Bus vorbeigefahren.
2. Ich stieg zu meinem Pech an der falschen Bushaltestelle aus und fand meine Schule nicht!
Im Bus gibt es nämlich keine Ansagen und auch keine Schilder, was der nächste Halt ist und da ich nicht weitsichtig bin und die Namen der Bushaltestellen teilweise so lang und so ähnlich und mir so fremd sind, bin ich eben zu früh ausgestiegen :-( Ich war total verloren. An irgendeiner anderen Bushaltestelle sprach ich eine Frau mit zwei kleinen Kindern an. Ich glaube, sie war Russin. Meine hoffnungsvolle Frage: „Do you speak English?“ Antwort: „Yes, a bit…“ Meine Rettung!!! Great!!! Sie hat sich so bemüht und wollte mir so gerne helfen! Nur konnte sie mir auch nicht erklären, wo die Schule war :-( Ich wartete also einfach auf den nächsten Bus und dort ging das Spiel von vorne los. Ich hatte so ein Glück mit diesem Busfahrer: Er konnte Englisch UND er hat sich die Zeit genommen, auf der Karte nachzuschauen, wo die Straße mit der Schule liegt. Schließlich fuhr er mich zum Bahnhof und erklärte mir den Weg von dort zur Schule. Und dann hatte ich es endlich geschafft!!!

Einige Impressionen zum Schneesturm:

Der Schneesturm



In der Schule wurde ich wie auch gestern sehr freundlich und herzlich empfangen. Obwohl ich etwas zu spät war und nichts mit dem Englischkollegen abgesprochen hatte, klopfte ich an seiner Tür und er nahm mich sofort in seinen Unterricht! Thema war „a“ und „an“ und er hatte eine tolle Methode dazu! Es waren nur 13 Kinder in der Klasse!!! Sie waren Viertklässler, die Englisch im zweiten Jahr lernen. Was mich sehr erstaunte: Die Kinder formulierten freiwillig Sätze auf Englisch, die sie hätten gar nicht oder auch auf finnisch in die Klasse rufen können, z.B. „The alligator eat the horse!“ oder „The horse wants to escape!“ Im zweiten Jahr Englisch das Wort „escape“ zu benutzen finde ich schon sehr erstaunlich und es gehörte noch nicht einmal zu einer thematischen Einheit! Zudem taten sie es von sich aus.

Dann ging ich zu meiner „Mentorin“ in den Unterricht und bekam den Rest des Musikunterrichts mit: die Zweitklässler waren um das Klavier versammelt, wo die Lehrerin drauf spielte, und sangen mit voller Inbrunst drei deutsche Lieder. Zum Abschluss kam dann noch ein finnisches Lied. Die Kinder wollten mit dem Singen gar nicht mehr aufhören!
Dann wurde noch Mathematik und Sachkunde teilweise auf Deutsch unterrichtet. Es ist einfach erstaunlich, was die Zweitklässler schon verstehen und aufnehmen können. Natürlich können sie in dem Maße nicht auf Deutsch antworten, doch sie können alle Zahlen bis 100 auf Deutsch und viele Begriffe aus dem Sachunterricht wie Körperteile, Getreide-, Obst- und Gemüsesorten, Begriffe zum Beschreiben der Umgebung, Länder und Kontinente usw. Man muss sich dabei immer vor Augen halten, dass Finnisch keiner anderen Sprache ähnlich ist und die Kinder nichts daraus ableiten können!

Noch ein Unterschied zu meinen bisherigen Erfahrungen in deutschen Schulen: die Klassenzimmer werden nicht abgeschlossen! Sie bleiben den ganzen Tag über und auch während des Unterrichtens offen!!!

Letzter Punkt für heute: Viele Klassenräume, in denen vor allem Sprachen unterrichtet werden, haben eine Mikrofonanlage! Die Lehrkraft hat ein Headset mit Mikrofon auf und es gibt ein zusätzliches loses Mikrofon für die SchülerInnen zum Herumreichen…no comment ;-)

Und noch einige Bilder zur Cafeteria:

Die Cafeteria

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