Am letzten Wochenende (7./8.03.) nahm ich mir Zeit, um Helsinki mit seinen Sehenswürdigkeiten näher kennenzulernen. Am Samstag war das Wetter nicht auf meiner Seite, denn zunächst schneite es und später war es sehr bewölkt (man bedenke: am Tag zuvor schien die Sonne und es war wunderschön draußen!!!). Am Sonntag hingegen schien die Sonne herrlich vom Himmel herab, doch es wehte ein eisiger Wind. Nun zurück zum Samstag. Zunächst sollte mich mein Weg zur Touristen-Information führen. Natürlich stieg ich an der falschen Haltestelle aus und landete im Viertel „Erottajank“. Doch da steckt nicht drin, was der Name verheißt (bloß das wusste ich ja zu dem Zeitpunkt noch nicht…Mein Mitbewohner klärte mich dann später darüber auf, dass es das Viertel der ‚Reichen und Schönen’ sei…na da hab ich ja noch mal Glück gehabt ;-) ). Gut, dass ich in solchen Situationen über mich selbst lachen kann, da diese ja öfter passieren…
Auf der Suche nach der Touristen-Information habe ich dann schon einiges von der Stadt gesehen – auch nicht schlecht ;-) Als Optimistin ziehe ich stets die positiven Dinge aus einer Sache! In der Touristen-Information angekommen, kaufte ich mir die „Helsinki Card“ für zwei Tage. Die Karte ist für alle, die die Stadt besuchen möchten, sehr empfehlenswert. Mit ihr kann man alle (!) öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos benutzen, man erhält kostenlosen Zutritt zu beinahe allen Museen (und Helsinki hat viele davon, ca. 80!) und Sehenswürdigkeiten (z.B. die vermutlich weltweit größte Festung ‚Suomenlinna’) sowie die ‚Audio City Tour’ kostenlos und die ‚Guided City Tour’ stark vergünstigt.
Als erstes nahm ich also an der ‚Audio City Tour’ im Bus teil und erhielt bereits einen guten Überblick über die Stadt, Stadtstruktur und die historischen Hintergründe.
So wurde die Stadt 1550 von dem schwedischen König Gustav I. Wasa gegründet. Helsinki war zu diesem Zeitpunkt eher klein und unbedeutend. Die Region war schon seit dem 12. Jahrhundert unter schwedischer Herrschaft und blieb es bis 1809. Im Jahr 1808 wurde Helsinki von den Russen erobert und dabei durch einen Brand fast ganz zerstört. Im Jahre 1809 wurde ganz Finnland unter russische Führung gestellt und blieb es bis 1917. Unter russischer Herrschaft wurde Helsinki zur Hauptstadt des Großfürstentums Finnland und vom deutschen Architekten Carl Ludwig Engel im klassizistischen Stil neu geplant. 1917 erfolgte die Unabhängigkeit Finnlands und Helsinki wurde die Hauptstadt des Staates Finnland. Im Zweiten Weltkrieg kam es zu mehreren Kriegshandlungen und Bombardierungen durch die Sowjetunion, doch im Vergleich zu anderen europäischen Städten blieb Helsinki weitestgehend verschont. Dennoch haben die vielen Brände der Vergangenheit, zahlreiche Kriege (vor allem schwedisch-russische) und andere Kämpfe immer wieder Zerstörung über die Stadt gebracht. Dementsprechend waren Erneuerungen immer wieder von Nöten.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Stadtbild Helsinkis also von schwedischen, aber noch viel stärker von russischen Einflüssen geprägt ist. Es wird behauptet, dass die Stadt als Miniatur von St. Petersburg gilt, vor allem an den Plätzen/Orten, wo der deutsche Architekt Carl Ludwig Engel wirkte. Neben dem Klassizismus waren zudem die Kunstepochen des Jugendstils und des Funktionalismus in Helsinkis Architektur stark vorherrschend. Ich finde, Helsinki zeigt eine schöne Mischung aus Historisch und Modern.
Am Samstag habe ich die Hauptsehenswürdigkeiten von Helsinki besucht, dazu noch neun Museen. Am nächsten Tag nahm ich an einer weiteren ‚Guided City Tour’ teil und fuhr danach mit einer Fähre nach Suomenlinna, der finnischen Festung auf einer vorgelegenen Insel (von den 300 Inseln…). Dies nahm einige Zeit in Anspruch. Die Festung wurde ursprünglich von den Schweden gebaut, um sich vor den russischen Übergriffen zu schützen. Doch im Jahre 1808 reichte eine kurze russische Belagerung aus und die Festung und damit Helsinki waren eingenommen...Nach der Rückkehr von der Insel besuchte ich zwei weitere Museen. Abends kehrte ich erschöpft, aber sehr zufrieden nach Hause zurück, weil ich einen guten Überblick über die Stadt bekommen habe. Ich mag Helsinki wegen seines sehr kleinen Stadtkerns und seiner sehenswerten und ansprechenden Architektur.
Die Stadt ist einen Besuch wert, es reichen jedoch zwei Tage völlig, um sie kennenzulernen.
In diesem Sinne, auf nach Helsinki :-)
Anbei noch einige festgehaltene Eindrücke:
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