Sonntag, 26. April 2009

Besonderheiten an der Laajavuori-Schule

Zweimal im Jahr gibt es große Tests für die SchülerInnen:
1. Zu Beginn des Schuljahres müssen alle Kinder an einem Mathetest teilnehmen. Dieser wird vom Schulamt konzipiert und ist für alle Schulen in Vantaa für den jeweiligen Jahrgang gleich. Der Test ist angelehnt an den Lehrplan des jeweils vorherigen Schuljahrgangs. Der Test möchte den Wissensstand, wie er nach einem Schuljahr sein sollte, überprüfen. Das Ergebnis ist in zweifacher Hinsicht interessant: Zum einen zeigt es, welche Kinder zusätzliche Hilfe und Unterstützung brauchen. Das ist relevant für die Lehrkräfte. Zum anderen liefert es dem Schulamt Einblicke in die jeweiligen Schulen und wie viele Gelder diese für die Einzelförderung der SchülerInnen brauchen. Abhängig vom dem Förderbedarf kann dann eine Schule einmal wöchentlich Extraförderung anbieten. Dafür bekommt die Lehrkraft 25 Euro pro 45 Minuten.
2. Einmal im Jahr nehmen die SchülerInnen verpflichtend an einem Test zum Leseverstehen teil. Dieser wurde von der Universität Turku entwickelt und von der Laajavuori-Schule gekauft. Die Tests werden von der Universität ausgewertet. Die Ergebnisse sind besonders für die Schule aufschlussreich, da die SchülerInnen in drei unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden: sehr gut; Durchschnitt (gut); Förderbedarf. Abhängig von der Zuordnung in eine Gruppe erhalten die SchülerInnen aus der letzten Gruppe Förderung im Leseverstehen durch die Sonderpädagogin bzw. die Finnischlehrerin. Es bekommen dementsprechend besonders die Migrantenkinder eine Unterstützung – abhängig von ihrem Abschneiden im Leseverstehen im Vergleich zu allen Kindern.


Die Schule legt großen Wert auf die Elternarbeit. Mindestens dreimal im Schuljahr werden die Eltern zu Gesprächen oder Treffen in die Schule eingeladen. Alles, was darüber hinaus geht, liegt im Einsatz und in den Möglichkeiten der einzelnen Lehrkraft:
1. Zu Beginn des Schuljahres gibt es einen großen Elternabend. Alle Eltern werden zunächst gemeinsam in der Sporthalle von der Schulleitung begrüßt. Bereits da werden die Ziele der Schule transparent gemacht sowie die Aufgaben der Eltern verdeutlicht. In der zweiten Phase des Elternabends werden die Eltern auf die KlassenlehrerInnen ihrer Kinder aufgeteilt. In den jeweiligen Klassenräumen wird dann nochmals über die Rechte und Pflichten der Kinder, Eltern und der Schule gesprochen; es wird erklärt, was das Kind unter welchen Bedingungen lernen kann; die individuellen Zielsetzungen und Schwerpunkte der jeweiligen KlassenlehrerInnen werden erläutert. Feedback und Evaluation von und durch die Eltern sind jederzeit im Laufe des Schuljahres erwünscht und erfordert.
2. Vor Weihnachten werden die Eltern von den KlassenlehrerInnen zu einem Weihnachtsbasteln eingeladen.
3. Im Februar finden obligatorische Treffen zu einer „Halbzeit-Evaluation“ mit Kind, Eltern und Lehrkraft statt. Die Lehrkraft hat mehrere Tage Zeit dafür, sich abends mit allen SchülerInnen ihrer Klasse und deren Eltern einzeln zu treffen. Dabei wird besprochen, wo das Kind momentan steht, wie es sich im Laufe des 1. Halbjahres entwickelt hat, wie es sich im 2. Halbjahr verbessern bzw. weiterentwickeln kann und was von zu Hause und von der Schule aus unterstützend dafür getan werden kann.
4. Weitere Treffen sind freiwillig und liegen im Ermessen der Lehrkraft.

Darüber hinaus kommunizieren Lehrkräfte und Eltern (besonders in den ersten Schuljahren) über spezielle Hefte. Dort gibt die Lehrperson regelmäßig Rückmeldung über die Entwicklung und das Verhalten des Kindes (1-5 mal in der Woche). Die Eltern nehmen das mit einer Unterschrift zur Kenntnis und können selbst auch Fragen oder Kommentare hinein schreiben. Mit Hilfe dieser Hefte haben demnach alle Beteiligten immer einen Überblick über den Stand des Kindes (sowohl kognitiv als auch sozial). Bei Problemen werden Eltern mittels des Heftes zu einem Elterngespräch in die Schule eingeladen.

1 Kommentar:

  1. Eine Kollegin der Schule hat ihre eigene Website mit Informationen zu den beflaggten Tagen in Finnland erstellt. Sie ist unter http://www.freewebs.com/ideakori/index.htm einzusehen. Natürlich ist sie in Finnisch, doch die Daten (z.B. 19.3.) und auch die Namen der Nationalpersönlichkeiten (z.B. Minnah Canth) sind international zu verstehen. Zu den einzelnen offiziellen Nationaltagen sind auch Unterrichtsmaterialien zu finden. Für mich ist die Seite zu einem Nachschlagewerk für die vielen beflaggten Tage geworden :-) Die Struktur ist dabei sehr hilfreich: Kevät (Frühling); Kesä (Sommer); Syksy (Herbst); Talvi (Winter).
    Wer also wissen möchte, wem wann in Finnland gedacht wird, kann diese Website getrost als Referenz nutzen!

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