Montag, 6. April 2009

Ausflüge am 31. März und 03. April 2009

Diese Woche habe ich wieder ein bisschen mehr von Finnland gesehen :-)

Am Dienstag, 31.03., unternahm ich einen Ausflug nach Turku im Südwesten Finnlands. Zwei Kolleginnen von der Martinlaakson lukio haben ihre deutsche Praktikantin zu einem Ausflug eingeladen und mich freundlicherweise mitgenommen! Dafür bin ich sehr dankbar! Mit dem Auto machten wir uns schon morgens auf den Weg. Das Wetter war auf unserer Seite: wenn auch sehr kalt, so war es doch sonnig (nach dem Schneesturm am Wochenende war das nicht unbedingt zu erwarten!). Unser 1. Halt war vor Turku an einer Glasmanufaktur. Finnland ist bekannt für seine Glasdesigns. Hinter dem Verkaufsraum waren die Glashersteller bei der Arbeit zu sehen. Ihre Fähigkeiten sind wirklich enorm!

In Turku angekommen, besuchten wir zunächst die Universität, wo auch eine der finnischen Kolleginnen studiert und gearbeitet hat. Dann machten wir einen langen Spaziergang durch Turku und besuchten vor allem den Dom und die Burg. Mit dem Auto fuhren wir dann auch noch nach Naantali, ein wunderschöner kleiner Ort, dessen Kern aus der typischen finnischen Holzhausarchitektur besteht. Dort machten wir einen ausgedehnten Spaziergang :-) Im Sommer hat dort auch der Mumin-Freizeitpark geöffnet. In Naantali befindet sich zudem die Sommer-Residenz der finnischen Präsidentin. Ihr Schloss ist mit der finnischen Fahne beflaggt, wenn sie da ist. Danach schlenderten wir noch durch die Innenstadt von Turku und schauten in einige Geschäfte rein.
Ob es sich lohnt, Turku von Helsinki aus mit dem Zug oder Bus zu besuchen, ist eher fraglich, da die Fahrkarten sehr teuer sind und man vor Ort oftmals auf ein Auto angewiesen ist, vor allem, wenn man auch nach Naantali fahren möchte. Ansonsten wird es sehr umständlich, ist aber natürlich nicht unmöglich!!!

Historisch gesehen ist Turku eine wichtige Stadt:
Turku war die ehemalige Hauptstadt Finnlands (bis ins 19. Jahrhundert hinein) und ihre Anfänge als erste Stadt Finnlands liegen im 13. Jahrhundert. Dort wurde auch die erste Universität Finnlands errichtet. Nachdem Helsinki Hauptstadt geworden war, wurde die Universität dorthin verlegt. Einige Institute sind allerdings immer noch in Turku und man kann dort weiterhin studieren.
Der Dom von Turku ist für die Finnen wichtig, weil er die älteste erhaltene Kirche Finnlands ist. Die Burg von Turku wurde im Mittelalter erbaut und ist immer noch sehr gut erhalten.
Von einem bestimmten Gebäude (siehe Bilder) in Turku aus wird auch der ‚Weihnachtsfrieden’ am 24. Dezember ausgerufen, der den Beginn von Weihnachten für die Finnen darstellt. Die Mehrzahl von ihnen verfolgt die Verkündigung am Fernseher mit.


Am Freitag, 03.04., folgte ich der Einladung einer Kollegin nach Hämeenlinna, worüber ich mich sehr freute! Nach Schulschluss fuhren wir gemeinsam mit dem Bus in die Kleinstadt 100 km nördlich von Helsinki. Dort besuchten wir zunächst das Geburtshaus von Jean Sibelius, dem größten finnischen Komponisten, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Mittlerweile befindet sich in diesem Holzhaus ein Museum und es kann auch für Feiern gemietet werden. Die Stadt Hämeenlinna ist sehr stolz auf ihr berühmtes ‚Kind’ Sibelius, das dort auch zur Schule gegangen ist und Abitur gemacht hat. Darüber hinaus ist das Wahrzeichen der Stadt die Burg Häme, was auch der Name des Ortes ist – Hämeenlinna eben. Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist sehr gut erhalten. Für mich als Geschichtslehrerin sind diese Überreste der Vergangenheit natürlich von besonderem Interesse :-)
Im Anschluss an die Besichtigung lernte ich die Familie meiner Kollegin kennen, die mich sehr nett empfing. Wir aßen gemeinsam sehr lecker zu Abend und ich fühlte mich wohl dort! Ich danke der Familie herzlich für die Einladung und schätze diese Geste sehr, da ich weiß, dass die Finnen ihren Freiraum, ihren Platz und ihre Privatsphäre brauchen und als sehr wichtig empfinden. Es ist – kulturell bedingt – sehr untypisch, einer ‚fremden Person’ Einblick in diesen geschützten Bereich zu gewähren.
Am Abend nahm ich den Bus zurück in die Hauptstadt. Wie gesagt, die Infrastruktur in zumindest Südfinnland ist sehr gut ausgebaut.

Auf beiden Fahrten in den Südwesten Finnlands nach Turku und in Richtung Mittelfinnland nach Hämeenlinna hat sich mir ein ähnliches Landschaftsbild geboten: weite schneebedeckte Felder, große Waldflächen und teilweise hohe Granitfelswände, durch die der Weg für die Autobahnstrecke frei gesprengt oder durch Tunnel passierbar gemacht wurde. Zwischen den Städten findet man kaum Ortschaften, eher vereinzelte Häuser. Größtenteils sind die Strecken zwischen den Städten jedoch flache und unbewohnte Landschaftsstriche.

Nun einige fotografische Eindruecke:

Turku und Hämeenlinna

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